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25. Mai 20268 Min LesezeitFIFOBeispiele

FIFO-Methode bei Krypto erklärt — mit Beispielen

First-In-First-Out bestimmt, welcher Krypto-Kauf bei einem Verkauf zur Berechnung herangezogen wird. So funktioniert es im Detail, mit Schritt-für-Schritt-Beispielen.

Wer regelmäßig Kryptowährungen kauft, hat irgendwann mehrere „Lots" derselben Münze zu unterschiedlichen Preisen im Portfolio. Beim Verkauf stellt sich die Frage: Welcher dieser Käufe wird zur Berechnung des Gewinns herangezogen?

Das deutsche Steuerrecht hat darauf eine klare Antwort: FIFO(First-In-First-Out). Der älteste Kauf wird zuerst verkauft.

Was bedeutet FIFO?

FIFO steht für „First In, First Out" — der erste Kauf wird beim ersten Verkauf zuerst „aufgebraucht". Stell dir vor, du legst Bitcoin in eine Warteschlange: Die Münze, die am längsten wartet, wird beim Verkauf zuerst aus der Schlange genommen.

Diese Methode ist bei privaten Veräußerungsgeschäften nach §23 EStG die gesetzlich vorgeschriebene Berechnungsmethode für Kryptowährungen (Stand 2026). Es gibt aktuell keine Wahl-Option für LIFO (Last-In-First-Out) oder Durchschnitts- bewertung — anders als bei Aktien.

Beispiel 1: Ein Kauf, ein Verkauf

Der einfache Fall ohne FIFO-Komplexität:

  • 15.01.2024: Kauf 0,1 BTC für 4.000 € (Preis: 40.000 €/BTC)
  • 15.07.2024: Verkauf 0,1 BTC für 6.000 € (Preis: 60.000 €/BTC)

Gewinn = 6.000 € − 4.000 € = 2.000 €. Haltedauer: 6 Monate → steuerpflichtig, wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.

Beispiel 2: Mehrere Käufe, ein Verkauf

Hier kommt FIFO ins Spiel:

  • 15.01.2024: Kauf 0,1 BTC zu 40.000 € → Lot A
  • 20.03.2024: Kauf 0,1 BTC zu 50.000 € → Lot B
  • 10.06.2024: Kauf 0,1 BTC zu 55.000 € → Lot C
  • 15.07.2024: Verkauf 0,15 BTC zu 60.000 €

Beim Verkauf werden 0,15 BTC „verbraucht" — und FIFO bestimmt die Reihenfolge:

Verbraucht ausMengeKaufpreisVerkaufspreisGewinn
Lot A (15.01.)0,1 BTC0,1 × 40.000 = 4.000 €0,1 × 60.000 = 6.000 €+ 2.000 €
Lot B (20.03.)0,05 BTC0,05 × 50.000 = 2.500 €0,05 × 60.000 = 3.000 €+ 500 €

Gesamtgewinn: 2.500 €. Lot C bleibt unberührt im Bestand — 0,1 BTC mit Kaufdatum 10.06.2024.

Beispiel 3: Verkauf über die 1-Jahres-Grenze hinweg

Spannend wird es, wenn FIFO einen alten Lot trifft, der schon länger als 1 Jahr gehalten wird:

  • 10.05.2023: Kauf 1 ETH zu 1.800 € → Lot A
  • 15.03.2024: Kauf 1 ETH zu 3.200 € → Lot B
  • 20.06.2024: Verkauf 1,5 ETH zu 3.500 €

FIFO:

Verbraucht ausMengeHaltedauerGewinnSteuerlich
Lot A1 ETH407 Tage (> 1 Jahr)3.500 − 1.800 = + 1.700 €steuerfrei
Lot B0,5 ETH97 Tage0,5 × (3.500 − 3.200) = + 150 €steuerpflichtig

Resultat: 1.700 € Gewinn steuerfrei, 150 € steuerpflichtig. Letzterer liegt unter der Freigrenze 2024 (1.000 €) → in Summe trotzdem 0 € Steuer.

Was FIFO praktisch bedeutet

Drei wichtige Konsequenzen für Krypto-Investoren:

1. Bewusst die ältesten Lots „leerverkaufen"

Wenn du Coins seit > 1 Jahr hältst und gleichzeitig neue gekauft hast, lohnt es sich oft, gezielt die alten Bestände steuerfrei abzuverkaufen — bevor du die neuen anfasst. Da FIFO das aber automatisch macht, ist hier keine Zauberei nötig.

2. Pro Börse oder über das Gesamtportfolio?

Eine viel diskutierte Frage. Das BMF-Schreiben vom 10.05.2022 deutet auf eine wallet- bzw. börsenbezogene Anwendung hin: FIFO wird pro „Verwahradresse" angewendet. In der Praxis bedeutet das: Wenn du denselben Coin auf Binance und parallel auf Bitvavo hältst, sind das zwei separate FIFO-Pools.

KryptoSteuer-Pro berechnet konservativ pro Asset (= über alle Börsen kombiniert). Das ist die strengere Variante; das Finanzamt akzeptiert diese in der Regel.

3. Tausch von Coin A in Coin B ist ein FIFO-Ereignis

Wer BTC in ETH tauscht, hat steuerlich zwei Vorgänge: Verkauf von BTC (mit FIFO-Berechnung) und Kauf von ETH (= neuer Lot mit aktuellem Datum). Die Spekulationsfrist startet bei ETH neu.

FIFO vs. LIFO — warum gibt's keine Wahl?

In manchen Ländern (z.B. USA) können Trader zwischen verschiedenen Methoden wählen, etwa LIFO (Last-In-First-Out) oder Specific Identification. In Deutschland gibt es diese Wahl bei Krypto-Privatvermögen nicht — FIFO ist vorgeschrieben.

Praktisch ist FIFO aber meistens die steuerlich günstigsteMethode für Halter, weil sie die ältesten Lots zuerst aufbraucht — und genau die sind potenziell schon über der 1-Jahres-Grenze und damit steuerfrei.

Wie KryptoSteuer-Pro das macht

Unser Berechnungs-Engine läuft komplett in deinem Browser. Beim Hochladen einer CSV passiert Folgendes:

  1. Trades werden chronologisch sortiert.
  2. Pro Asset (BTC, ETH, SOL, …) wird ein eigener Lot-Stapel angelegt.
  3. Bei jedem Kauf wird ein neuer Lot ans Ende des Stapels gehängt.
  4. Bei jedem Verkauf werden Lots vom Anfang des Stapels (= älteste) verbraucht — ggf. über mehrere Lots, wenn die Verkaufsmenge groß ist.
  5. Pro Verkaufs-Lot-Kombination wird die Haltedauer berechnet, der Gewinn ermittelt und entschieden: steuerpflichtig oder steuerfrei.

Das Ergebnis siehst du im Report mit jedem einzelnen FIFO-Match — komplett transparent und nachvollziehbar für das Finanzamt.

Fazit

FIFO ist nicht kompliziert — nur ein bisschen Buchhaltung. Wenn du es selbst machen willst, brauchst du eine Excel-Tabelle und Geduld. Wenn du dir das Sparen willst, hilft dir KryptoSteuer-Pro: CSV hoch, fertiger Report mit jedem einzelnen Match.

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